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Stundensatz-Rechner Fliesenleger 2026

Was musst du pro Stunde wirklich berechnen, um als Fliesenleger kostendeckend zu arbeiten? Dieser Rechner berücksichtigt Unternehmerlohn, Steuern, Betriebskosten und Gewinnzuschlag — und zeigt dir in 2 Minuten deine echte Untergrenze.

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Deine Zahlen

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Was du netto in der Tasche haben willst.
Fahrzeug, Werkzeug, Büro, Versicherungen, Software.
Realistisch sind 4-6 Stunden. Der Rest geht für Fahrt, Angebote, Orga drauf.
Tage
365 − Wochenenden − Urlaub − Krankheit − Feiertage ≈ 220.
Freiwillig gesetzlich ≈ 400-600 €, privat sehr variabel.
Rürup, ETF, Handwerkerrente. Dringend empfohlen.
Reserve für Investitionen, schlechte Jahre, Wachstum. Marktüblich: 10-20 %.
Steuerliche Behandlung des Unternehmerlohns unterscheidet sich.
Dein Mindest-Stundensatz
64 €
netto / Std.
Brutto an Kunden (mit 19 % USt): 76,70 €
⚠️
Wenn du aktuell nur 45 €/Std. berechnest, verlierst du pro Jahr 21.400 € — gegenüber deinem echten Kostensatz.
Kostenaufstellung pro Jahr
Unternehmerlohn (netto)
36.000 €
Einkommensteuer (geschätzt)
6.900 €
Krankenversicherung
5.400 €
Rente & Rücklagen
0 €
Betriebskosten
15.000 €
Gewinnaufschlag
7.600 €
Gesamt / Jahr
70.900 €
Produktive Stunden
1.100 h
Marktvergleich Fliesenleger Deutschland
0 € Markt: 45-70 €/Std. 120 €
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* Die Berechnung dient als Orientierungshilfe. Ergebnisse sind unverbindlich und ersetzen keine individuelle Beratung durch einen Steuerberater oder Unternehmensberater.

Kurz & knapp

Der Stundensatz für einen Fliesenleger-Einzelunternehmer in Deutschland setzt sich zusammen aus: 1) dem Brutto-Unternehmerlohn, 2) den Lohnnebenkosten wie Krankenversicherung und Rücklagen für die Altersvorsorge, 3) den Betriebskosten für Fahrzeug, Werkzeug und Büro und 4) einem Gewinnzuschlag von 10-20 %. Durchschnittlich liegt der kostendeckende Stundensatz 2026 bei 55-75 € netto pro Stunde für Einzelunternehmer. In Ballungsräumen und bei Meisterbetrieben sind 70-85 € üblich.

Grundlagen

Wie wird der Stundensatz für Fliesenleger berechnet?

Der Stundenverrechnungssatz (kurz: SVS) ist die zentrale Kennzahl in der Handwerker-Kalkulation. Er bildet den Preis pro Stunde, den du einem Kunden in Rechnung stellen musst, um all deine Kosten zu decken und zusätzlich Gewinn zu erwirtschaften. für Fliesenleger als Einzelunternehmer gibt es einige Besonderheiten, die oft übersehen werden.

Fliesenleger haben typischerweise 12.000-20.000 € Betriebskosten pro Jahr als Einzelbetrieb.

Meisterbetriebe und Spezialisten (Natursteinverlegung, XXL-Formate) liegen bei 70-90 €/Std.

Die Grundformel

SVS = (Unternehmerlohn + Lohnnebenkosten + Betriebskosten) × (1 + Gewinnzuschlag)
      ÷ produktive Jahresstunden

1. Unternehmerlohn

Der Unternehmerlohn ist das, was du als Geschäftsinhaber für dich selbst verdienen willst — und zwar brutto, also vor Einkommensteuer. Viele Handwerker setzen hier viel zu wenig an, weil sie nur ihren Netto-Wunsch im Kopf haben. Faustregel: Wenn du 3.000 € netto pro Monat willst, musst du bei rund 42.000-45.000 € Brutto-Jahresgehalt landen. Der Unterschied ist die Einkommensteuer (14-42 %, progressiv).

2. Lohnnebenkosten (bei dir selbst)

Als Angestellter zahlt dein Arbeitgeber die Hälfte der Sozialabgaben — als Selbstständiger trägst du alles selbst:

  • Krankenversicherung: freiwillig gesetzlich ca. 400-600 €/Monat, privat stark variabel
  • Rentenversicherung: optional (Rürup-Rente, Basisrente, ETF-Sparpläne)
  • Unfallversicherung / Berufsgenossenschaft: für Handwerker Pflicht
  • Pflegeversicherung: an KV gekoppelt

Lohnnebenkosten summieren sich für einen Einzelbetrieb schnell auf 8.000-14.000 €/Jahr.

3. Betriebskosten (Gemeinkosten)

Typische Kostenposten für Fliesenleger:

  • Fahrzeug: Transporter, Sprit, Wartung, Versicherung ≈ 4.000-7.000 €/Jahr
  • Werkzeug & Maschinen: Fliesenschneider, Winkelschleifer, Nivelliergerät, Verschleiß ≈ 1.500-3.000 €/Jahr
  • Büro & Werkstatt: Miete, Strom, Heizung, Telefon ≈ 2.000-5.000 €/Jahr
  • Software & Administration: Rechnungssoftware, Steuerberater, Buchhaltung ≈ 1.500-3.000 €/Jahr
  • Versicherungen: Haftpflicht, Rechtsschutz, Gewerbeversicherung ≈ 1.000-2.000 €/Jahr
  • Marketing: Website, Google-Einträge, Fahrzeugbeschriftung ≈ 500-2.000 €/Jahr

4. Produktive Stunden pro Jahr

Hier machen viele Handwerker den entscheidenden Denkfehler. 365 Tage × 8 Stunden = 2.920 — die rechnen aber niemals kostendeckend. Realität:

  • 365 Tage − 104 Wochenenden − 30 Urlaub − 10 Krankheit − 10 Feiertage = ~211 Arbeitstage
  • Von 8 Stunden am Tag sind typischerweise nur 5-6 Stunden verrechenbar — der Rest: Anfahrt, Angebote, Material, Büro
  • Realistisch: 1.200-1.500 produktive Stunden pro Jahr

5. Gewinnzuschlag

Der Gewinnzuschlag (10-20 %) ist kein Luxus. Er deckt:

  • Rücklagen für unvorhergesehene Ausfälle (Krankheit, Zahlungsausfall)
  • Investitionen in bessere Werkzeuge und Maschinen
  • Wachstum: später vielleicht einen Gesellen einstellen
  • Unternehmerisches Risiko — das du als Angestellter nicht hättest

Beispielrechnung Fliesenleger 2026

Einzelunternehmer, Wunsch-Nettogehalt 3.000 €/Monat, Betriebskosten 15.000 €/Jahr, freiwillige gesetzliche KV 450 €/Monat, 5 Stunden verrechenbar pro Tag, 220 Arbeitstage, 12 % Gewinnzuschlag:

  • Brutto-Unternehmerlohn: ~43.000 €
  • Krankenversicherung: 5.400 €
  • Betriebskosten: 15.000 €
  • Summe: 63.400 €
  • Produktive Stunden: 5 × 220 = 1.100 h
  • Mit 12 % Gewinn: ~64 €/Std. netto
  • Brutto für Kunden (+19 % USt): ~76,7 €/Std.

Wer bei 45 €/Std. bleibt, verliert bei dieser Kalkulation rund 21.000 € pro Jahr — nicht, weil er „zu wenig verdient", sondern weil seine eigentlichen Kosten nicht gedeckt sind.

Marktübersicht

Stundensätze für Fliesenleger 2026 nach Bundesland

Orientierungswerte für Netto-Stundensätze (Einzelunternehmer, ohne USt). Stadtwerte liegen meist 10-20 % höher.

Bundesland Geselle (angestellt) Meister Einzelunternehmer
Bayern 48 € 68 € 62 €
Baden-Württemberg 50 € 70 € 64 €
Hessen 48 € 68 € 62 €
Nordrhein-Westfalen 45 € 62 € 58 €
Hamburg 52 € 75 € 68 €
Berlin 45 € 62 € 58 €
Sachsen 38 € 55 € 52 €
Brandenburg 40 € 57 € 53 €
Niedersachsen 44 € 62 € 57 €
Rheinland-Pfalz 45 € 62 € 58 €

Quellen: Handwerkskammer-Erhebungen, StepStone-Gehaltsatlas, Handwerk-Magazin 2026. Werte sind Mittelwerte — dein individueller Stundensatz hängt von Spezialisierung, Erfahrung und Standort ab.

Was du vermeiden solltest

6 häufige Fehler bei der Stundensatz-Kalkulation

Wer einen dieser Fehler macht, arbeitet faktisch für Mindestlohn — auch mit einem scheinbar hohen Stundensatz.

01

Unproduktive Zeit vergessen

Fahrtzeit, Angebote schreiben, Material holen — all das rechnen viele Handwerker nicht in ihren Stundensatz ein. Resultat: du arbeitest faktisch für Mindestlohn.

02

Eigenen Unternehmerlohn zu niedrig ansetzen

Du bezahlst dich selbst oft schlechter als einen Angestellten — obwohl du Risiko, Krankheit und Urlaub komplett selbst trägst. Rechne mindestens deinen Wunsch-Nettolohn ein.

03

Krankenversicherung & Altersvorsorge unterschlagen

Freiwillige gesetzliche Krankenversicherung kostet 400-600 €/Monat. Rente für später? Kommt nochmal drauf. Viele ignorieren das — und erleben böse Überraschungen.

04

Keinen Gewinnzuschlag kalkulieren

Ohne 10-20 % Gewinnaufschlag gibt es keine Rücklagen, keine Investitionen, kein Wachstum. Du arbeitest zwar, aber bleibst finanziell im Kreis.

05

Gemeinkosten unterschätzen

Werkzeug, Fahrzeug, Werkstatt, Software, Buchhalter, Versicherungen — für einen Einzelbetrieb summiert sich das schnell auf 12.000-20.000 € pro Jahr.

06

Sich am "günstigsten Wettbewerber" orientieren

Der billigste Anbieter im Ort ist meist der, der seine Kalkulation nicht kennt. Sein Preis ist kein Benchmark — er ist eine Warnung.

FAQ

Häufige Fragen zum Stundensatz für Fliesenleger

Wie hoch ist der Stundensatz für Fliesenleger in Deutschland 2026?
Der marktübliche Stundensatz für Fliesenleger liegt 2026 zwischen 45 € und 70 € brutto — in Großstädten wie München, Hamburg oder Frankfurt auch bis zu 80 €. Meisterbetriebe berechnen in der Regel 50-75 € pro Stunde. Der tatsächliche kostendeckende Stundensatz für Einzelunternehmer liegt häufig bei 55-75 € netto, je nach Betriebskosten und gewünschtem Nettogehalt.
Welche Formel nutze ich zur Kalkulation?
Die Grundformel: Stundenverrechnungssatz (SVS) = (Unternehmerlohn + Lohnnebenkosten + Betriebskosten) × (1 + Gewinnzuschlag) ÷ produktive Jahresstunden. Als Einzelunternehmer rechnest du deinen Unternehmerlohn als kalkulatorische Personalkosten, inkl. Einkommensteuer und Sozialabgaben wie Krankenversicherung und Altersvorsorge.
Wie viele produktive Stunden habe ich pro Jahr als Fliesenleger?
Realistisch sind 1.200-1.500 produktive (verrechenbare) Stunden pro Jahr. Ein Vollzeit-Einzelunternehmer hat rechnerisch 365 Tage, abzüglich Wochenenden, Urlaub, Krankheit und Feiertagen ≈ 220 Arbeitstage. Davon sind meist nur 5-6 Stunden pro Tag tatsächlich beim Kunden abrechenbar — der Rest geht für Anfahrt, Angebote, Material besorgen und Büroarbeit drauf.
Was kostet ein Fliesenleger pro Quadratmeter?
Der reine Verlegepreis für Fliesen liegt bundesweit zwischen 25 € und 60 € pro Quadratmeter, je nach Fliesengröße, Untergrund und Verlegemuster. Dazu kommen Material, Kleber, Fugenmasse und ggf. Abrissarbeiten. Für eine komplette Badsanierung mit Fliesenarbeiten rechnest du mit 80-150 €/m² reiner Arbeitskosten.
Muss ich als Kleinunternehmer Umsatzsteuer auf meinen Stundensatz aufschlagen?
Als Kleinunternehmer gemäß §19 UStG (Umsatz unter 25.000 € im Vorjahr) erhebst du keine Umsatzsteuer. Dein Nettostundensatz ist gleichzeitig dein Bruttostundensatz. Sobald du die Grenze überschreitest oder freiwillig zur Regelbesteuerung wechselst, kommen 19 % USt auf deinen Nettopreis oben drauf.
Wie hoch sollte mein Gewinnzuschlag sein?
Ein Gewinnzuschlag von 10-20 % ist im Handwerk üblich. Er deckt Investitionen, Rücklagen für schlechte Jahre, Wachstum und unternehmerisches Risiko ab. Unter 10 % arbeitest du im Grunde ohne Puffer — bei Zahlungsausfällen, Krankheit oder steigenden Materialkosten wird es schnell eng.
Warum liegt mein Stundensatz höher als der eines Gesellen im Angestelltenverhältnis?
Ein angestellter Geselle bekommt ca. 18-22 € Bruttolohn pro Stunde. Als Selbstständiger zahlst du aber zusätzlich ~80 % Lohnnebenkosten (Arbeitgeberanteil KV/RV/AV/PV, Berufsgenossenschaft), alle Betriebskosten (Fahrzeug, Werkzeug, Büro, Software, Versicherungen), deine eigene Krankenversicherung, Altersvorsorge und das Unternehmerrisiko. Ein Stundensatz von 55-75 € ist daher für einen kostendeckend arbeitenden Einzel-Fliesenleger völlig normal — nicht teuer.
Welche Fehler mache ich, wenn ich meinen Stundensatz zu niedrig ansetze?
Die drei häufigsten Folgen: 1) Du arbeitest faktisch für Mindestlohn, ohne es zu merken, weil unproduktive Zeiten (Fahrt, Angebote) nicht eingerechnet sind. 2) Du hast keinen Puffer für Rücklagen und gerätst bei Ausfällen in Geldnot. 3) Du kannst nicht in bessere Werkzeuge, Software oder Marketing investieren — dadurch bleibst du langfristig unterhalb deiner Möglichkeiten. Unser Rechner zeigt dir die Zahl, bei der du tatsächlich profitabel arbeitest.

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